Jochen Feucht Quartett
Open Time
 


J4E 4778
Jochen Feucht (ss & Bassetthorn), Olaf Polziehn (p), Christian Ramond (b),
Alan Jones (dr), Stephanie De Secondi (cello on tracks 4, 5 and 10)


Recorded 22.-24.08.2005 in Köln, Sendesaal Deutschlandfunk

 
"Open Time" ist die vierte CD des bei Stuttgart lebenden Saxophonisten, Klarinettisten und Komponisten Jochen Feucht. 1968 in Biberach/Riss geboren, begann er mit klassischem Klarinettenunterricht, studierte dann bei Andy Scherrer an der Swiss Jazz School in Bern und war zwei Jahre Mitglied im Bundesjazzorchester unter Peter Herbolzheimer.

Seine bisherigen CD-Produktionen ("Warm Jazz" 1994, "Signs On Lines" 1997, "Sine qua non" 2001), bei denen so herausragende Musiker wie Bert Joris, Thomas Stabenow, Wolfgang Haffner, Olaf Polziehn, Christian Ramond und Jochen Rückert mitwirkten, veranlassten Kritiker und Musiker zu jenen Kommentaren, die für Jochen Feuchts gesamtes Schaffen charakterisierend sind: "Warmer Saxophonsound und Ausgereiftheit der Kompositionen", "rückhaltloses Bekenntnis zur schönen Melodie", "voller Differenziertheit und Phantasiereichtum konstruierte Klanggemälde von ästhetischem Rang", "pure Musik, wunderbare Melodien .... ein Vergnügen für jeden, der Jazz liebt (Roman Schwaller), "frei von jeglicher Jazzgymnastik .... nicht oft zu finden in unserer Zeit" (Peter Herbolzheimer), "ein neuer bemerkenswert leuchtender Stein im jungen europäischen Jazzmosaik" (Ralf Dombrowski) und Harald Rehmann sagte im Deutschlandfunk: "Jochen Feucht überzeugt nicht nur als technisch hervorragender Instrumentalist, sondern er besticht auch durch die emotionale Intensität seiner ausgeklügelten Arrangements."

Auf "Open Time", einer Koproduktion mit dem Deutschlandfunk, vereint Jochen Feucht zwei langjährige Partner: den Pianisten Olaf Polziehn, den die Frankfurter Rundschau erst kürzlich als "eine der interessantesten pianistischen Entdeckungen der letzten Jahre" bezeichnete und Christian Rammond, einen der gefragtesten Bassisten der deutschen Szene, der mit Musikern wie Philippe Catherine, Tomasz Stanko oder Kenny Wheeler zusammengearbeitet hat. Ein Glücksfall für das Quartett ist der aus Portland/Oregon stammende Schlagzeuger Alan Jones. Er spielte u. a. mit Dave Holland, Steve Coleman, George Garzone, Ralph Towner und Andrew Hill.

Im Quartett finden die Musiker durch ihr subtiles Zusammenspiel zu einem Klangbild, in dem Dichte und Intensität auf Offenheit, Freiheit, Zeit treffen. Das Repertoire besteht, abgesehen von einer intimen Duo-Version von Keith Jarretts "Tabarka", ausschließlich aus Kompositionen von Jochen Feucht: moderner, melodischer europäischer Jazz mit amerikanischen Wurzeln und deutlichen Einflüssen der klassischen Musik, die sich sowohl in einigen Kompositionen wie auch klanglich im Einsatz des selten zu hörenden Bassetthorns (ähnlich der Altklarinette) und im Gastspiel der Cellistin Stephanie De Secondi zeigen.

Thomas Dworschak beschrieb "die still lächelnde Eleganz" des Jochen Feucht Quartetts und resü
mierte: "Das ist die zeitlos gewordene Moderne, die das Richtige tut, indem sie sich damit begnügt, nichts zu machen als pure Musik."