Florian Bührich
feat. Andreas Wiersich & Marco Kühnl 
...endlich Jazz

J4E 4764

Florian Bührich (vib), Andreas Wiersich (g), 
Peter Adamietz (p), Marco Kühnl (b), Stefan Seegel (dr)

Recorded at Musication Studio/Studio 214 (www.hfm-n-a.de) October/December 2001 - Nürnberg
Recording engineer: Toni Hinterholzinger

 

Kompositionen, die teilweise schon vor einem halben Jahrhundert und lange vor der Zeit der beteiligten Musiker auf Tonträger gebannt wurden, sind im Grunde nichts wirklich Neues.
Sind sie deshalb altmodisch? Wenn damit gemeint ist, dass sie "aus der Mode" sind und nicht mehr so häufig gespielt werden, dann mag dies zutreffen. Dass die Stücke aber im Lauf der Jahrzehnte weder an Reiz noch an Frische verloren haben, zeigt der Vibrafonist (und auch Schlagzeuger) Florian Bührich  (Absolvent der Musikhochschule Nürnberg-Augsburg wie auch seine Bandkollegen) auf seiner Debut-CD "endlich Jazz....".

 

Traditionell-swingende Jazzstandards aus der Feder von zum Beispiel John Lewis, Milt Jackson, Benny Golson und anderen sind angesagt. "Endlich (echter ) Jazz" also in der Flut neuer Tonträger, die seit einiger Zeit in diesem Genre angeboten werden.

 
Konzertkritik von Wolfgang Nußbaumer in "Schwäbische Post" vom 22.9.2003:

"Ein sympathischer Zug des gelernten Schlagzeugers Florian Bührich, mit seinen vier Mitstreitern einen Streifzug durch die etwas weiter zurückliegenden Gefilde des Jazz zu unternehmen.

Neben dem eingangs erwähnten Standard des Saxophonisten Benny Golson bestimmten überwiegend Titel aus der Werkstatt des "Modern Jazz Quartets" und des Trompeters und Big band-Leiters Dizzy Gillespie den musikalischen Fahrplan. Wenn man weiss, dass besagtes Quartett einst das rhythmische Rückgrat von Gillespies Bebop-Klangkörper gebildet hat, erscheint die Programmzusammenstellung als wirklich gut durchdacht. ....

Trotz des rühmenswert konsequenten Verzichts auf Elektronik hätte man zumindest dem mit sehr flinken und ebenso präzisen Fingern begabten Gitarristen Andreas Wiersich zur Erweiterung des Klangspektrums ein halbakustisches Gerät gewünscht. Zumal sich Pianist Peter Adamietz bis auf einen lauffreudigen Auftritt in "Night In Tunesia" (wieder aus der Gillespieküche) auf dezente Füllarbeit beschränkte und Marco Kühnls swingende Qualitäten am Kontrabass vor allem im Ensemblespiel zur Geltung kamen.

Was dem sich gutunterhalten fühlenden Publikum noch in den Ohren nachklingen dürfte? Das lyrische "Django" des "Modern Jazz Quartets" und die knackige Zugabe aus der Feder des Vibraphonaltmeisters Lionel Hampton. Dessen Nachfahre Florian Bührich weiss eben, was sich gehört."