Axel Schlosser
Touching The Moon



J4E 4775

Axel Schlosser (tp, fl-h), Rainer Böhm (p, Tacet on 4.7.10), Arne Huber (b),
Jean Paul Höchstädter (dr)

Recorded at Klangküche Tonstudio Stuttgart on Oct. 28 & 29, 2004 by Torsten Krill.
Mixed by Torsten Krill and Axel Schlosser at Klangküche Tonstudio, Stuttgart.

 

Der Trompeter Axel Schlosser gehört mittlerweile zu den interessantesten Persönlichkeiten in der Trompetenlandschaft des europäischen Jazz. 1976 in Aaalen, Baden-Württemberg geboren, vollzog der junge Herr im Laufe weniger Jahre eine beachtliche musikalische Karriere. In jugendlichem Alter auf dem Gebiet der Jazz-Improvisation noch Auto-Didakt, sollte das Schaffen und Wirken des Musikers nach und nach immer weitere Kreise ziehen.

Derzeit ist Axel Schlosser in verschiedenen musikalischen Kontexten von nationaler und internationaler Reichweite zu hören: Ob als Solotrompeter der hr Bigband in Frankfurt, als Mitglied des Jazz Baltica Ensemble, als Co-Leader, "trocken witziger" Moderator (Mannheimer Morgen) und Trompeter der international erfolgreichen Mannheimer Band "L 14, 16" oder als Leader eigener Gruppen, in jeglichem Zusammenhang überzeugt Schlosser durch sein stark persönlich geprägtes Spiel. So weiß Stefan Michalzik von der Frankfurter Rundschau zu schreiben: "Der Trompeter und Flügelhornspieler Axel Schlosser, der zugleich den launig-humorigen Confèrencier gibt, gehört zu der Klasse der jungen Hochleistungsbläser, denen kein Tempo zu geschwind ist; doch über das technisch präzise Spiel hinaus verfügt er über den Atem zu musikalischer Rede".

Ähnlich verhält es sich mit Schlossers Debut-CD "Touching The Moon". Die Musik, die dieser Silberling zu Gehör bringt, ist eine geschmackvolle Verbindung von Musikalität, Persönlichkeit, instrumentalem Können, Tiefgang, Virtuosität und stilistischer Vielfalt, ohne dabei den "roten Faden" zu verlieren. "Alle meine Kompositionen lassen sich auf konkrete persönliche Erlebnisse zurückführen", sagt Schlosser über seine eigenen Werke, die einen Großteil des Repertoires von "Touching The Moon" bilden. Die verbleibenden Fremdwerke sind Standards oder Originals (in diesem Fall von Freddie Hubbard und Louis Armstrong), die ihm während der letzten Jahre immer wieder begegneten, die ihn sowohl dauerhaft beschäftigt als auch beeinflusst haben. Auch diesen Stücken weiß Axel Schlosser zusammen mit seiner Band einen persönlichen Stempel aufzudrücken.

Einst gab er in einem Interview mit Klaus Dieter Zeh vom Jazzpodium preis: "Wenn ich Trompete spiele, spreche ich durch sie. Sämtliche Ideen, Eindrücke, Erfahrungen, Emotionen und Gedanken werden durch sie gebündelt. Diesen Vorgang bringe ich sehr eng mit den Begriffen "Soul" und Blues" in Verbindung. Nicht zuletzt diese Tatsache macht die CD "Touching The Moon" zu einem exzellenten Hörvergnügen.

Auch die Mitglieder von Axel Schlossers Band leisten ihren kreativen, meisterlichen Beitrag zum Klangbild der Musik, die man als "echten" Jazz bezeichnen könnte. Meisterpianist Rainer Böhm, bekannt u. a. durch seine Zusammenarbeit mit Johannes Enders, Jürgen Seefelder und Ingrid Jensen, ist auch Mitglied der Gruppe "L 14, 16". Desgleichen der Bassist Arne Huber, der besonders in der deutschen und der schweizer Jazzszene wegen seines erdigen, holzigen Sounds und seines unvergleichlichen Grooves beliebt ist. Schlagzeuger Jean Paul Höchstädter ist ein unglaublich vielseitiger und anpassungsfähiger Vertreter seiner Gattung, der regelmäßig mit der RIAS Bigband, der hr Bigband, der NDR Bigband oder dem Tony Lakatos Quintett zu erleben ist.


Original Liner Notes zu "Touching The Moon" von Wolfgang Haffner

Was für ein Glücksfall, dass es in Deutschland Musiker wie Axel Schlosser gibt. Wenn ich ihn höre, bin ich jedes mal auf´s Neue begeistert, mit welchem Respekt und mit welcher Hingabe er Musik spielt. Er besitzt die besondere Gabe, mit einer einzigen Note viel zu erzählen. Sein warmer, voller Sound hat etwas magisches und begeistert den Zuhörer. Auf "Touching The Moon", seinem Debut-Album als Leader, präsentiert Axel Schlosser neben einigen Standards auch eigene Stücke und zeigt, dass er auch ein hervorragender Komponist ist. Die Rhythm Section ist mit Rainer Böhm, Arne Huber und Jean Paul Höchstädter bestens besetzt und swingt, was das Zeug hält. Hut ab, ein absolut gelungenes Debut!

Wolfgang Haffner