TAKABANDA


la leggenda des pescatore



Jan von Klewitz (as), Paul Schwingenschlögl (tp, fl-h), Akira Ando (b), Thilo Burkard (b on 1, 2, 4, 7, 9, 11), Paolo Eleodori (dr)

Recorded, mixed and mastered at GREVE STUDIO, Berlin and Studio Hasenheide, Berlin

 

Wenn sich vier Musiker aus Italien, Deutschland, Österreich und Japan zusammen tun, dann kommt leicht der Verdacht auf, es handele sich um Weltmusik. Denn die Ethno-Pop-Schwemme der letzten Jahre hat auch im Jazz Spuren hinterlassen, und so wird gerne die Weltmusik-Schublade aufgezogen, sobald Musiker verschiedener Nationen und Kulturkreise sich zusammen finden. Bandgründer Paolo Eleodori: "Ich mache Musik mit Kollegen aus aller Welt, seit über zehn Jahren. Aber muss ich darum Welt-Musiker sein? Ich lebe in Berlin. Hier ist es selbstverständlich und wird auch gar nicht thematisiert, wenn Instrumentalisten aus etlichen Nationen auf einer Bühne versammelt sind. Woher die Aufregung? Wir wollen Musik machen, die so interessant und spannend ist wie möglich. Das ist unser Anspruch, nichts weiter."

Die Musiker von TAKABANDA haben kein Interesse, auf einer Popularitäts-Welle zu surfen, nur weil es angesagt und monetär dienlich ist. Die Band steht schlicht für welt-offenen Jazz. Und der ist alles andere als schlicht.

Ausgangspunkt der beinahe ausschließlich aus Eigenkompositionen bestehenden CD "La Leggenda del pescatore" sind Melodien, deren Eingängigkeit so manchem Pop-song zur Ehre gereichen würde. Die meist vom Trompeter und Flügelhorn-Spezialisten Paul Schwingenschlögl eingebrachten Melodielinien treffen auf die ausgefeilten Rhythmen von Paolo Eleodori. Ob gerade oder ungerade Metren, ob Rhythmen vom Balkan oder aus Nordafrika – Eleodori meistert sie spielerisch und bringt naürlich auch seine italienische Heimat mit ins Spiel, indem er etwa auch Tarantellas einbe-zieht.

Das Spektrum ist entsprechend weitreichend: Swingende Passagen werden von Uni-sono-Einlagen unterbrochen, solide Grooves wechseln sich mit Free-Jazz-Passagen ab. Zusammen mit dem fundamentalen, gleichwohl leichtfüssigen Spiel der Bassisten Thilo Burkhard und Akira Ando sowie der ausgereiften Kunst des Saxophonisten Jan von Klewitz ist ein facettenreiches Werk entstanden, das auch übermüdete Ohren wie-der aufhorchen lässt.

Luigi Lauer